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Ein heikles, stets verabscheutes, aber nicht zu verachtendes Thema sind die Bildrecht. Hier soll euch ein kleiner √úberblick dar√ľber gegeben werden, welche Rechte ihr einerseits an euren eigenen Bilder habt und andererseits, welche Rechte ihr beachten solltet, wenn ihr Bilder ver√∂ffentlicht.¬†

 

Wenn ihr ein Bild geschossen habt, geh√∂rt dieses nat√ľrlich euch. Sobald sich der zweite Verschlussvorhang geschlossen hat und das Bild auf Film oder Speicherkarte gezeichnet ist, unterliegt dieses Bild dem Urheberrechtsschutz. Um eure Bilder zu sch√ľtzen, m√ľsst ihr also keine 30-seitigen Anmeldungen in dreifacher Ausf√ľhrung ausf√ľllen, um diese dann beim Amt vorlegen zu k√∂nnen. Das Urheberrechtsgesetz(UrhG) greift automatisch, sobald das Bild im Kasten ist. Darunter z√§hlen nach ¬ß72 UrhG alle [...]Lichtbilder und Erzeugnisse, die √§hnlich wie Lichtbilder hergestellt werden[...]. Dabei spielt es keine Rolle, ob ihr zur Canon Eos 1Ds gegriffen habt, oder das Bild mit eurer 1,5MP-Handykamera erstellt habt. Neben der Qualit√§t der Bilder spielt es ebenfalls keine Rolle, ob es sich um ein digitales, oder analoges Bild handelt. Der Urherrechtsschutz ist in diesem Fall sozusagen eine Selbstverst√§ndlichkeit und muss nicht extra kenntlich gemacht werden. √Ėfters sieht man in Foren, Galerien und digitalen Fotoalben diverse Wasserzeichen und Copyright-Symbole √ľber den Bildern liegen. Dies ist jedoch nicht notwendig, um sein eigenes Bild zu sch√ľtzen und hat in Deutschland vor Gericht sowieso keine Bedeutung. Es kann aber dazu genutzt werden, um ausdr√ľcklich auf den Urheberschutz hinzuweisen und/oder die Bilder zus√§tzlich gegen unerlaubte Nutzung Dritter zu sch√ľtzen. Der Nachteil bei Verwendung von Wasserzeichen und dergleichen kann nat√ľrlich sein, dass das Bild selbst darunter leidet. Aus diesem Grund haben wir uns hier in der Artotheke-Galerie gegen den Einsatz eines Wasserzeichens entschieden, um die Bildwirkung nicht zu beeintr√§chtigen. Ein Copyright oder Wasserzeichen kann vor dem Upload des Bildes von jedem Fotografen selbst hinzugef√ľgt werden. Sicherlich schreckt das den einen oder anderen Dritten durchaus davon ab, eure Bilder unberechtigterweise zu nutzen. Jedoch stellt das im Zeitalter der Kopierstempel auch nur einen geringf√ľgigen Schutz gegen Bildraub dar. In den meisten F√§llen ist ein dezenter Schriftzug mit dem Namen des Fotografen in einer Ecke des Bildes ein guter Kompromiss, so wie dies im Bild 'Informatik Fakult√§t Dresden' zu sehen ist. Unabh√§ngig davon, ob der Fotograf wie hier bereits im Bild benannt ist, legt der Urheber selbst fest, ob bei einer Ver√∂ffentlichung seines Bildes sein Name zu nennen ist, oder nicht. Um dieser Anforderung gerecht zu werden, sei an dieser Stelle erw√§hnt, dass es sich bei diesem Beispielbild um das geistige Eigentum unseres Fotografen 'Belichter' handelt.¬†

 

Nun wollt ihr als Fotografen eure Meisterwerke sicherlich auch an der einen oder anderen Stelle verschenken, verkaufen oder eintauschen. Ihr wollt also euer Urheberecht an einem Bild vermarkten? Tja, das ist leider hierzulande unm√∂glich. Sobald ihr ein Bild gemacht habt, seit ihr f√ľr immer und ewig der Urheber des Bildes...ob ihr wollt oder nicht. Soll das jetzt hei√üen, ihr d√ľrft eure Bilder nicht ver√§u√üern? Nein, nat√ľrlich nicht. Was ihr verkaufen k√∂nnt, sind sogenannte Nutzungsrechte an dem Bild. Ihr √ľbertragt damit dem K√§ufer (oder allgemein Dritten) die Erlaubnis, euer Bild in bestimmten vertraglichen Grenzen nutzen zu d√ľrfen. Aber der Urheber seid immer ihr. F√ľr die Nutzungsrechte selbst gibt es nun auch wieder unterschiedliche Auspr√§gungsformen. Die einfachste Form ist, wie sollte es auch anders sein, das einfache Nutzungsrecht. Wenn ihr einfache Nutzungsrechte an eurem Bild verkauft, so ist der Dritte dazu berechtigt, euer Bild uneingeschr√§nkt zu nutzen, soweit es die vertraglichen Rahmenbedingungen zulassen. Jedoch bleibt dieses Recht ebenfalls f√ľr den Fotografen, also f√ľr euch, bestehen. Ihr d√ľrft euer Bild nach wie vor uneingeschr√§nkt nutzen und es auch an weitere Dritte (also Vierte, F√ľnfte, ...) verkaufen. Wenn es einfache Nutzungsrechte gibt, muss es auch schwierige Nutzungsrechte geben. Diese hei√üen allerdings 'ausschlie√üliche Nutzungsrechte' und sind gar nicht so schwierig. Wenn ihr ausschlie√üliche Nutzungsrechte eurer Bilder verkauft, dann ist der Dritte der alleinige Nutzungsberechtigte. Ihr tretet s√§mtliche Nutzungsrechte an eurem Bild ab und d√ľrft es selbst nicht mehr nutzen oder gar weiter verkaufen. Egal, welche Nutzungsrechte ihr verkauft. Ihr bleibt in jedem Fall der Urheber des Bildes und genie√üt nach wie vor den Urheberschutz, der euch zum Beispiel zusichert, dass euer Name im Zusammenhang mit dem Bild genannt werden muss (wenn ihr das wollt). In jedem Fall sollten die genauen Nutzungsbedingungen vertraglich festgehalten werden. Entscheidend sind dabei Fragen, ob das Bild bearbeitet/verfremdet werden darf, oder ob der Dritte die Nutzungsrechte wiederum weitergeben darf. Wenn ja, in welchem Umfang. Stimmt ihr der Weitergabe der Nutzungsrechte durch Dritte zu, spricht man von '√ľbertragbaren Nutzungsrechten'.

 

Soweit zu euren Rechten. Aber auch ihr als Fotograf m√ľsst darauf achten, dass ihr nicht in Grauzonen geratet, die dann ganz schnell schwarz werden k√∂nnen. Ihr k√∂nnt euch nicht nur dar√ľber freuen, dass eure Werke durch das Urheberrecht gesch√ľtzt sind. Ihr m√ľsst selbstverst√§ndlich das Urheberrecht auch selbst beachten. So k√∂nnt ihr beispielsweise beim Fotografieren von Bauwerken, Gem√§lden, Ausstellungen, etc. rechtlich eingeschr√§nkt werden. Im Zweifelsfall solltet ihr euch vorher erkundigen, ob ihr entsprechendes geistiges Eigentum Dritter fotografieren d√ľrft und in wie weit ihr diese Aufnahmen im Nachhinein nutzen d√ľrft. Die wohl mit popul√§rste Einschr√§nkung ist der Eifelturm in Paris. Genauer gesagt, nicht den Turm an sich, sondern seine Beleuchtung bei Nacht. Diese ist n√§mlich nach franz√∂sischem Recht auf Pierre Bideau, dem Designer der lichttechnischen Einrichtung, urheberrechtlich gesch√ľtzt. Ihr d√ľrft also keine Bilder des beleuchteten Eifelturms bei Nacht ver√∂ffentlichen, ohne euch vorher das (vermutlich kostenpflichtige) Einverst√§ndnis geholt zu haben. Es spricht jedoch nichts dagegen, bei Tage zum Eifelturm zu pilgern und diesen selbst mit Blitzger√§ten zu beleuchten. Auch bei Ausstellungen, die nicht dauerhaft sind, ist Vorsicht geboten und ggf. vorab eine Info √ľber das Urheberrecht einzuholen. F√ľr 'dauerhaften Ausstellungen', also solche, die f√ľr sehr lange Zeit oder immer am selben Platz anzutreffen sind, betreten wir bereits wieder die n√§chste Zone der Panoramafreiheit. Diese r√§umt euch das Recht ein, von jedem √∂ffentlich zug√§nglichen Platz aus frei fotografieren zu k√∂nnen. Unter '√∂ffentlich zug√§nglicher Platz' ist dabei gemeint, dass dieser Platz von JEDEM frei zug√§nglich sein muss. Schnappsch√ľsse aus der eigenen Wohnung, von Privatgrundst√ľcken oder aus dem eigenen Helikopter heraus sind nicht Bestandteil der Panoramafreiheit. Auch wenn ihr f√ľr einen sonst abgesperrten Bereich eine Genehmigung besitzt, gilt dies nicht als frei zug√§nglich und es muss gepr√ľft werden, ob ihr dort fotografieren d√ľrft (d.h. fotografieren d√ľrft ihr nat√ľrlich. Aber ob ihr die Fotos danach auch ver√∂ffentlichen d√ľrft, steht auf einem anderen Blatt). Die Panoramafreiheit gilt prinzipiell auch nur f√ľr die Au√üenansichten von Geb√§uden. Im Inneren (z.B. in Museen und dergleichen) gilt das Hausrecht. Der Besitzer kann das Recht zu fotografieren im Inneren von Geb√§uden (auch wenn diese √∂ffentlich sind) einschr√§nken oder sogar verbieten. Gleiches gilt auch f√ľr √∂ffentliche Veranstaltungen wie etwas Konzerte oder Opernbesuche. Der Veranstalter ist hier jedoch dazu aufgerufen, dieses Fotografierverbot entsprechend kenntlich zu machen (durch Schilder, Durchsagen, Fotografien, ...). Wer von der Panoramafreiheit Gebrauch macht, sollte seine Bilder, bzw. seine Motive immer kritisch hinterfragen. Problematisch kann es werden, wenn sich Personen im Bild befinden. Diese Begebenheit trifft man oft in der Streetfotografie oder auch an touristisch gut besuchten Pl√§tzen an. Solange Personen nur beil√§ufig im Bild sind und im Optimalfall nicht zu erkennen sind, stellt dies kein Problem dar. Diese Bilder d√ľrfen ohne Weiteres ver√∂ffentlicht werden. Grundlegend kann man sagen, dass die im Bild befindlichen Personen nicht das Hauptmotiv darstellen d√ľrfen. Anderenfalls w√ľrde es f√ľr den Eifelturm schlecht aussehen. Wenn man den Eifelturm bei Tage ohne Menschen fotografieren m√∂chte, muss man nachts wiederkommen, wo man ihn aufgrund seiner Beleuchtung ebenfalls nicht fotografieren darf. Aber so ist es ja Gott sei Dank nicht. Die Touris d√ľrfen also im Eifelturm-Erinnerungs-Foto durchaus mit drin bleiben. Wenn ihr ¬†jedoch den Zeitungsverk√§ufer im Vordergrund scharf abbildet und der Eifelturm eine in Unsch√§rfe verschwimmende Hintergrundrolle einnimmt, dann streift ihr bereits das Recht am eigenen Bild. Dieses muss immer dann unbedingt beachtet werden, wenn ihr Menschen fotografiert, oder diese sehr deutlich erkennbar einen gro√üen Teil eures Bildes einnehmen. Grunds√§tzlich steht JEDER Person das Recht zu, entscheiden zu k√∂nnen, ob und wie das Bild in dem er verewigt wurde, ver√∂ffentlicht werden darf. Wenn das Bild ver√∂ffentlicht werden soll, ist UNBEDINGT die Einwilligung der betreffenden Person(en) einzuholen. Die Einwilligung kann auch stillschweigend gegeben werden, in dem die Person zum Beispiel extra f√ľr das Foto posiert und dies im Bild ersichtlich ist. In diesem Fall spricht von einer 'konkludenten Einwilligung'. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollte man sich diese Einwilligung aber schriftlich geben lassen. Bitte beachtet dieses Recht unbedingt bei unserer Kategorie "Menschen"!¬† Sollte es mit dem unfreiwilligen Model zu Unstimmigkeiten kommen, so seid ihr als Fotograf in der Nachweispflicht, dass ihr euch eine entsprechende Einwilligung eingeholt habt. Tabu sind in jedem Fall Bilder, die die Privatsph√§re von Menschen ber√ľhren. Es sollte jedem klar sein, dass es nicht erlaubt ist, Bilder von der Nachbarin zu ver√∂ffentlichen, die halbbekleidet durch ihre Wohnung l√§uft. Au√üer nat√ľrlich, es ist vorher mit den betreffenden Personen abgestimmt. Etwas abgeschw√§cht wird das Recht am eigenen Bild durch die Teilnahme an √∂ffentlichen Veranstaltungen. Dort ist es legitim, Bilder zu ver√∂ffentlichen, auf denen Personen zu erkennen sind. Jedoch d√ľrfen auch hier die Personen nicht eindeutig als Hauptmotiv dienen, sondern nur dazu beitragen, um beispielsweise die Stimmung einer Veranstaltung wiederzugeben.

 

Einen Sonderfall der Personenfotografie stellt die Aktfotografie dar. Hier sollte man sich sicherheitshalber zur Einverständniserklärung auch eine Bestätigung einholen, dass das Model volljährig ist. Das Anfertigen (und auch der Besitz) von Bildern sexueller Handlungen mit, vor und an Minderjährigen stellt in Deutschland eine Straftat dar und die Veröffentlichung solcher Bilder ist auf Artotheke.de verboten!!! Das sollte selbstverständlich sein. Als Minderjährige zählen hierbei Personen, die das 18te Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Auch das veröffentlichen von Aktfotografien, die eine Pseudo-Jugendlichkeit vortäuschen (also Personen, die volljährig sind, aber beispielsweise als Schulmädchen gekleidet und geschminkt sind), kann in Deutschland Probleme bereiten. Solche Bilder sind auf Artotheke.de ebenfalls verboten!