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Wer seine Bilder auch mal etwas anders gestalten möchte, der muss nicht immer alles 'richtig' machen. Gerade die Digitalkameras bieten da einen ganz entscheidenen Vorteil, den es so in der analogen Welt nicht gibt. Die Rede ist vom Weißabgleich. Zwar gibt es bei der Analogfotografie auch einen Weißabgleich, aber nicht in dem Maße, als das man mal eben hin und her switchen könnte, oder den Weißpunkt gleich direkt im Bild festlegen könnte.

Die Digitalknipser können den Weißabgleich aber durchaus auch kreativ einsetzen. Der muss nicht immer zwangsläufig 'richtig' sitzen. Ihr solltet euch diesbezüglich mal mit eurer Kamera auseinandersetzen, welche Möglichkeiten diese bietet, den Weißabgleich zu bestimmen. So gut wie alle Kameras bieten schon fertige Einstellungs-Sets für Kunstlicht (Glühlampe), Leuchtstoffröhre, Tageslicht, Schatten, und und und. Einige Kameras bieten noch die Möglichkeit, die Farbtemperatur direkt in Kelvin einzugeben (bei meiner Nikon z.B. im Bereich von 2500K - 10000K). Am interesantesten ist aber eigentlich die Möglichkeit, den Weißpunkt in einem Bild setzen zu können, oder aber auch ein Referenzbild aufzunehmen. Dort kann man gezielt mit farbigen Karten oder mit farbigen Folien und einem Blitzgerät manipulieren. Der Farbkreis ist dabei sehr hilfreich, wenn man eine bestimmte Zielfarbe im Kopf hat. So kann man beispielsweise einen pink-violetten Himmel erzeugen, wenn man vorher der Kamera sagt, dass grün das 'neue Weiß' ist ;) Dazu kann man eine grüne Karte (auf dem heimischen Drucker erzeugt) ins Bild halten und den Weißpunkt auf diese legen. Die Kamera wird dann versuchen, durch Hinzufügen von einem bläulichen Farbton aus dem Grün ein Weiß zu machen. Macht man mit den neuen Weißabgleich-Einstellungen noch ein Bild von der grünen Karte, so erscheint diese im Bild weiß. Eher unspektakulär....dafür ist der Weißabgleich ja da :) Nimmt man die Karte aber aus dem Bild heraus und behält die Einstellungen bei, kann man jetzt mit normalem Tageslicht interessante Bilder erzeugen. So wird der Himmel beispielsweise deutlich ins blau-violett gezogen, was sehr dramatisch wirken kann. Aber vorsicht: Der Weißabgleich wirkt auf das gesamte Bild! Wenn also Menschen im Vordergrund zu sehen sind, werden diese ebenfall blau.

Dieser Effekt ist auch später in Photoshop oder Gimp recht einfach zu erreichen. Aber es macht dennoch Spaß, auf diese Weise etwas mit den Farben herumzuspielen. Und es kann auch nicht schaden, wenn man weiß, wie die Kamera auf bestimmte Farben reagiert.

Interessanter wird die ganze Sache, wenn man noch ein Blitzgerät und farbige Folien zu Hilfe nimmt. Man schneidet sich Farbfolien zurecht und befestigt diese (z.B. mit Klebeband oder Gummiring) vor dem Blitz. Wenn man keine externe Blitzschussanlage besitzt, kann man auch den internen Blitz der Kamera nutzen. Nun nimmt man ein Referenzbild einer weißen Wand auf und setzt damit den richtigen (eigentlich falschen) Weißpunkt. Würde man nun ausschließlich diesen Blitz mit Farbfolie für das Bild nutzen, würde dies Farbneutral erscheinen, als hätte man keine Farbfolie vor dem Blitz. Ein interessantes Bild entsteht aber, wenn zusätzlich zum Blitz noch etwas Tageslicht (oder auch eine andere Lichtquelle) hinzukommt. Geht man nun nach draußen an die frische Luft und macht ein paar Portraitaufnahmen, so ist der Hintergrund komplett farbig (hat man eine blaue Folie vor dem Blitz, wird der Hintergrund rot) während das Model farbneutral abgelichtet wird. Warum? Die Kamera denkt durch den falschen  Weißabgleich vorab, dass mit blauem Licht fotografiert wird und regelt entsprechend nach. Für das Model, welches sich nah an der Kamera und damit in Blitzreichweite befindet, funktioniert das auch recht gut. Der Hintergrund allerdings wird von dem blauen Blitzlicht nicht mehr ausgeleuchtet. Dieser wird ausschließlich durch das Tageslicht bestimmt. Da der Weißabgleich aber für das gesamte Bild gesetzt wird, färbt die Kamera den Hintergrund rot ein.